Aus der Vergangenheit
für die Zukunft lernen

Projekt Jugendbegegnungssätte Golm
an der Kriegsgräber- und Gedenkstätte Golm in Kamminke auf Usedom

Am 55. Jahrestag der Bombardierung von Swinemünde ging die größte Kriegsgräberstätte des Bundes­landes Meck­­len­burg-Vorpommern auf dem Use­domer Berg Golm in die Trägerschaft des Volksbundes Deu­­tsche Kriegs­gräberfürsorge e. V. über. Zusammen mit der Interes­sengemeinschaft Golm e. V. wurde eine Dauer­ausstellung zur Geschichte des Golm eingerichtet. Der Volksbund beschloss, die Kriegsgräberstätte als Ort für internationale Jugendbegegnungen zu nutzen.

Im Ok­tober 2000 sicherte sich der Volksbund ein Ge­lände mit einem alten Schulhaus in der Nähe der Gedenk- und Kriegs­gräberstätte. Das unter Denk­malschutz stehende Haus wurde restauriert und als zentrales Begeg­nungs­zentrum der Anlage ausgebaut. Ein weiteres Grundstück, auf dem sich das Gebäude eines ehemaligen Kin­der­gartens be­fand, wurde später hinzugekauft. Hier sind eine Cafeteria und der Speiseraum der Ju­gend­begegnungs­stätte eingerichtet. Zwi­schen den beiden vorhandenen Bau­­ten gruppieren sich die Schlaf­unterkünfte für rund neun­zig Jugend­liche und ihre Referenten und Betreuer. Sechzig Jahre nach der Bombardierung von Swine­münde wurde am 12. März 2005 die Jugend­begeg­nungs­stätte Golm eröffnet.

Helfen Sie uns, diese einzigartige Stätte für internationale Jugendbegegnungen zu erhalten!

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Kriegsgräberstätte Golm: Lernort der Ge­schich­te

Auf der Insel Usedom, der östlichsten Insel Deutschlands, wurden während des Zweiten Weltkrieges neben der Heeres­­ver­suchsanstalt Peenemünde viele Flakstellun­gen und eine Munitions­fabrik errichtet. Im heute polnischen Swinoujscie (Swinemünde) baute man einen wichtigen Militärhafen. Die Einrichtungen waren vielfach Ziel alliierter Luftangriffe.

Unter den 23000 Kriegstoten, die auf der Kriegsgräber- und Gedenkstätte Golm ihre letzte Ruhestätte erhielten, sind verstorbene Soldaten aus dem Swine­münder La­za­rett, Opfer von Flugzeug­ab­stürzen und von Kriegs­schiffen sowie mehr als 20000 Zivil­opfer: Ein­wohner Swine­­­mün­des und eine große Zahl Flücht­linge, die beim Bom­­­ben­angriff auf die Hafen­stadt am 12. März 1945 ums Leben kamen.

Nachdem sich in den Nach­kriegsjahren ein­zelne Angehörige um die Grä­ber gekümmert hatten, bemühten sich ab 1950 kirchliche Stel­len um die Erhal­tung des Friedhofes.

Die Gedenk- und Kriegs­­­­­­gräber­stätte Golm ist ein Lernort der Ge­schich­te. Die Lage in der grenz­über­grei­fenden Re­gion zu Polen rückt die Ge­­schichte Europas in das Licht der Jugend- und Bildungsarbeit des Volks­­­­­­­­­bun­des.

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Arbeit mit der Jugend: Die Vergangenheit verstehen lernen, damit der Frieden eine Chance hat.

Im Dorf Kamminke fördert die Stiftung Ge­den­ken und Frie­­den die Jugend­begeg­nungs­stät­te des Volks­bundes Deut­sche Kriegsgräber­fürsorge e. V. Durch die unmittelbare Nach­bar­schaft zu der Kriegs­gräber- und Ge­denk­­­stätte gibt der Volks­bund Schulen und anderen Gruppen die Mög­lichkeit, außer­halb der Klas­­sen­­zim­mer direkt „vor Ort“ Ge­schich­­te zu erfahren. An den Grä­bern der Opfer von Krieg und Gewalt be­grei­fen junge Men­schen sehr schnell, was Krieg bewirkt und wie wertvoll Frieden ist. Durch ihre aktive Beteiligung lernen Ju­gend­liche in einem ge­schichtsbezogenen Ent­deckungs- und Lern­prozess, Ver­ant­wortung für eine friedliche Zu­kunft zu übernehmen. Institutionen und Verbände nutzen die Begeg­nungs­stätte im Rahmen ihrer Jugend- und Erwachsenenbildung.

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Die Jugendbegnungsstätte ist Plattform der Friedens­bildung und Völkerverständigung.

Die Nähe der Ju­gend­begegnungsstätte zum benachbarten Polen be­günstigt ein „Sich-ken­nen-lernen“ junger Menschen aus Polen und Deutsch­land. Sie haben die Mög­lichkeit, sich mit den ge­schicht­­lichen, geo­­­­gra­fischen, kulturellen und politischen As­pek­ten der deutsch-pol­nischen Be­­ziehung aus­einander­zusetzen. Er­­fah­rene Pä­da­gogen lei­­ten die Ju­gend­­be­geg­nungs­stätte, be­treuen die jungen Leute und bieten  Führungen über die Kriegs­­­gräberstätte an. Jugend­liche werden so mit den Grundbau­steinen für Ver­ständi­gung und Ver­söh­nung vertraut gemacht. Sie lernen aus der Vergangen­heit für die Zukunft.

Die Stiftung Ge­­den­ken und Frie­den hilft finanziell bei der Aus­stattung der Unter­künf­te und stellt Mittel für die Er­hal­tung der Ein­rich­tung bereit. Sie fördert die pädagogisch angeleitete Be­­treu­ung der Ju­gend­­lichen und un­ter­stützt die Be­geg­nungs­stät­te durch Zuschüs­se bei der Be­schaf­fung von Lehr­- und Arbeits­material: eine sinnvolle Investition in die Friedens­bildung unserer Jugend und ein wichtiger Bei­trag für die Völker­verständigung in Europa.