Versöhnung über den Gräbern -
Arbeit für den Frieden

Thema
Friedensbildung junger Menschen in der Jugendarbeit

Vor über 50 Jahren begann im Jahr 1953 auf der Kriegs­­gräberstätte Lommel in Belgien mit dem ersten Workcamp die Jugendarbeit des Volksbundes Deu­tsche Kriegs­gräberfürsorge e. V. Seitdem haben an nationalen und  in­ter­nationalen Workcamps, die Jahr für Jahr in verschiedenen Ländern Eu­ropas veranstaltet werden, über 452000 Jugendliche aus ganz Europa teilgenommen. Heu­­te finden jährlich über 60 Workcamps in ca. 20 Län­dern Eu­ropas statt. Dazu kommen 16 internationale Workcamps in Deutsch­land, bei denen junge Men­schen un­ter­schied­­licher Nationalitäten zusammenkommen. Wich­tiges Ele­ment der Ju­gend­­arbeit sind die Jugendbe­geg­nungs- und Bildungs­stät­ten in den Niederlanden, Belgien, Frank­reich und auf der Ostseeinsel Usedom in Kam­minke. Letztere ist die erste Jugendbegegnungsstätte des Volksbundes in Deutsch­­land. Der Volksbund ist der einzige Kriegs­gräber­dienst der Welt, der eine eigenständige Jugend­arbeit be­treibt und eigene Jugend­be­geg­nungs- und Bildungs­stät­ten unter­hält.

Junge Men­schen können Ver­antwortung für eine friedliche Zukunft übernehmen, wenn sie einen vertrauensvollen Um­­gang mit ihren Mit­menschen pflegen und aus den Schrecken der Vergangenheit für die Zukunft lernen. Helfen Sie dabei mit und fördern Sie die Ju­gend­arbeit des Volksbundes nachhaltig durch die Stiftung Gedenken und Frie­den!

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Jugendarbeit: Frieden muss stets neu gestiftet werden!

Nach dem Zweiten Weltkrieg halfen mit jedem Jahr mehr  Jugendgruppen, die ins Ausland fuhren, bei der Suche nach verstreut liegenden Kriegsgräbern. Neben der Kenn­zeich­nung der Grablagen mit provisorischen Grab­zeichen, der Kartografierung der einzelnen Grablagen und einfachen In­standsetzungsarbeiten stand von Anbeginn an die Ver­­ständigung und Versöhnung mit der einheimischen Be­völkerung im Vordergrund. Im ersten Jugendlager 1953 wurde der Leitgedanke „Versöhnung über den Gräbern“ geprägt. Er hat heute noch – ergänzt durch das Motto „Arbeit für den Frieden“ – Gültigkeit. Versöhnung ist – wie anzunehmen wäre – nicht nur als Notwen­dig­keit zwischen den ehemaligen Kriegs­gegnern zu verstehen, sondern auch gesellschaftlich, kon­fessionell, politisch und zwi­schen­menschlich als permanente Auf­­gabe zu betrachten. Aus diesem Grund werden Jugend­liche an das Gedenken an die Opfer der Welt­krie­ge he­ran­geführt, da­mit sie nachvollziehen können, welches Leid Krieg und Gewalt­herr­schaft verursachen.


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Jugendlager (Workcamps): Friedliches Miteinander und Ver­ständigung pflegen.

Ne­ben der Pflege der Gräber auf Kriegsgräberstätten stehen heute immer mehr der Kontakt zur Bevölkerung, Ju­gend­­begegnungen und die historisch-politische Bil­dung im Mit­tel­punkt der Workcamps des Volksbundes. Die Be­geg­­nung junger Menschen aus vielen Ländern fördert das „Wir-Gefühl”, der Kontakt zur Bevölkerung im Gast­geberland überwindet politische und kulturelle Grenzen. Frie­dens­bildung ist das wichtigste Ziel der gedenk- und friedensorientierten Jugendarbeit des Volksbundes. Durch die Arbeit zwischen den Kreuzen er­ken­nen Jugendliche unmittelbar, welche schrecklichen Fol­gen Krieg und Ge­walt immer haben. So schafft der Volks­bund einen emotionalen Zugang zu einer in den Ge­schichts­büchern auf Daten und Ereignisse bis zur Unkenntlichkeit reduzierten Zeit­epoche. Kriegs­grä­ber­­stätten sind zugleich Orte des Ge­denkens und Lernorte der Geschichte, an denen die Ver­gangenheit lebendig wird.

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Jugendarbeitskreise: Engagement für den Frieden.

Auf regionaler Ebene haben sich engagierte Jugendliche zu Jugendarbeitskreisen des Volksbundes zusammengeschlossen. Neben aktiver Unterstützung der Arbeit des Volksbundes zum Beispiel bei der Gräberpflege setzen sie sich regelmäßig mit zeitgeschichtlichen und gesellschaftspolitischen Fragen zu Frieden, Krieg und Gewalt auseinander. Gemeinsam arbeiten sie daran, in ihrem Umfeld ein vertrauensvolles Mitein­ander zu leben. Nicht selten wachsen in dieser Gemein­schaft verantwortungsbewusste Jugend­lagerleiter he­r­an. Sie sind davon überzeugt, dass man aus der Ge­schich­­­te lernen und mit
die­­sem Wis­sen eine fried­­­­liche Zu­kunft ge­­stal­ten kann. Wer sich hier egagiert, der wird seinen Weg im Leben besonders gut machen!

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Jugendbegegnungsstätten: Pädagogisch angeleitete Friedensbildung.

In den Jugendbegegnungs- und Bildungsstätten wird Ju­gend­lichen die Chance geboten, aktive Völkerverständi­gung zu betreiben. Unter pädagogischer Anleitung be­schäf­­tigen sich die jungen Leute mit der deutschen Geschichte und der des Gast­geberlandes. Die Aufarbeitung regionaler, geo­­gra­fischer, kultureller und politischer Aspekte internationaler Be­ziehungen sind zentrale Elemente einer aktiven Bil­dungs­arbeit im Zeichen des Friedens.

Die Friedensbildung der Jugend ist eine Voraussetzung für eine Zukunft, in der die Menschen friedlich miteinander leben können!